Beruf und Familie

Vortrag bei der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft im Casino Bern am 30. Mai 2006.

Die Wirtschaft müsse die Fähigkeiten der Frauen besser nutzen, sagte die Zürcher Unternehmerin Carolina Müller-Möhl gestern vor der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft des Kantons Bern. Sie ist Präsidentin der Müller-Möhl Group. Diese war einst die grösste Aktionärin der Ascom Holding AG in Bern. Inzwischen hat sie ihren Anteil aber auf weniger als 5 Prozent abgebaut.

Seit dem Tod ihres Mannes, Ernst Müller-Möhl, welcher im Jahr 2000 mit dem Privatflugzeug verunfallte, hat sie ihre eigene Karriere in der Wirtschaft aufgebaut. Sie ist unter anderem Verwaltungsrätin von Nestlé. Am Swiss Economic Forum in Thun präsidierte sie in diesem Jahr erstmals die Jury, welche die Jungunternehmerpreise verlieh.

Die Bildung müsse der wichtigste Ausgabenposten der öffentlichen Hand bleiben, sagte sie gestern in ihrem Vortrag im Berner Casino. «Allerdings müssen wir auch unermüdlich fordern, dass mit den 23 Milliarden Franken an öffentlichen Bildungsausgaben auch effizient gewirtschaftet wird und dass damit das Beste herausgeholt wird», sagte sie weiter. Aber auch die Wirtschaft müsse ihren Beitrag an die Aus- und Weiterbildung leisten.

Leider werde das Potenzial der gut ausgebildeten Frauen in der Schweiz noch immer viel zu wenig genutzt. Frauenförderung sei letztlich eine Frage des Willens, führte sie weiter aus. Es sei an den Unternehmen, die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen. Ein Vorbild für die Frauenförderung könnte nicht zuletzt die Armee sein, meinte sie: «Die Schweiz mit ihrem hoch gelobten Milizsystem in Politik und Armee hat das Wissen darum, dass Höchstleistungen auch möglich sind, wenn man oder frau neben dem Hauptberuf noch andere Aufgaben wahrnimmt.»

© 2006 «Der Bund»

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