Frauenpower setzt neue Akzente

Die Ferienzeit bietet die Chance, auch mal die Rollen zu wechseln. Jetzt können Männer mal den Haushalt und das Kinderhüten organisieren. Und die Frauen können mal ausspannen. Vielen wird erst im Ferienhäuschen bewusst, wie stark wir uns im normalen Berufsleben in Rollen zwängen lassen.

Besonders problematisch ist es, wenn diese Rollen uns benachteiligen. So hat eine US-Studie gezeigt, dass Investoren für einen dreimal höheren Geldzufluss sorgen, wenn Männer statt Frauen an der Spitze von Konzernen stehen. An solchen Vorurteilen wird sich wenig ändern, solange auch bei uns in der Schweiz nur vier Prozent der Mitglieder von Geschäftsleitungen weiblichen Geschlechts sind.

Dabei können Frauen gut haushalten: Sie müssen nämlich im Schnitt für gleiche Leistungen immer noch mit deutlich weniger Lohn auskommen als die Männer – für besonders Unbelehrbare der bittere Beweis, dass man von Berufsfrauen Topleistungen im Finanzcontrolling erwarten kann!

Es ist wie in Seldwyla: Wir pflegen Vorurteile und ignorieren, was gesunder Menschenverstand und zahlreiche Studien uns immer wieder sagen: Dass uns gemischte Führungsteams deutlich weiter bringen würden. Dass Erziehungsarbeit schon zum Wohl der Kinder geteilt werden muss. Und dass Frauenpower in Chefetagen neue Akzente setzt. Ein bisschen Ferien sollte immer sein – wenn wir darunter den Rollenwechsel mit nachhaltiger Wirkung verstehen.

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