Kuratiert von Carolina Müller-Möhl

 

Das grossformatige abstrakte Gemälde des französischen Künstlers Jean-Baptiste Bernadet hängt in unserem Konferenzraum und strahlt die Sitzungs teilnehmerinnen förmlich an. Entsprechend ist der häufigste Kommentar zum Bild: «Wow, wie schön!» Der am Kunstwerk vorbeiwandernde Blick aus den Fenstern findet im Fluss der Limmat das lebendige Gegenstück. Wie beim Anblick von sich kräuselndem Wasser tauchen die Betrachter in die ineinander übergehenden Schichten des Gemäldes ein. Jede Farbnuance auf der Leinwand verlangt gleich viel Aufmerksamkeit. Die fensternahe Platzierung ermöglicht es, den Blick abwechselnd in das Bild und dann wieder in das naturnahe Spektakel draussen zu versenken.

Das Bild entstammt der Serie Vetiver, benannt nach einem Süssgras, dessen Wurzeln der Parfümerie als Duftstoff dienen. Hier ist es nicht der Geruch, sondern sind es die intensiven und emotionalen Farben, die eine berauschende Wirkung entfalten. Das Bild ist ein gerngesehener visueller Rettungs anker, zum Beispiel, wenn sich eine Diskussion zu sehr im Detail verliert und es Einsichten in grössere Zusammenhänge braucht. Die übereinander aufgetragene Farbschichtung bricht die Schärfe der Wahrnehmung. Umso mehr aktiviert es die Sinne der Betrachterinnen. Durch das Zusammenspiel von Bildwirkung, Sitzungsteilnehmern und dem Fluss entsteht Raum für neue Ideen.