Nicht nur in der Schule lernen wir Akzente

Für viele Kinder steht der erste Schultag kurz bevor. Die meisten freuen sich riesig. Doch in den Köpfen ihrer Eltern machen sich bereits die ersten Sorgen breit. Wird sich mein Sohn integrieren können? Wird meine Tochter im Rechnen genügend gut abschneiden?

Natürlich, solche Sorgen helfen nichts – im Gegenteil: Sie sind meist Teil des Problems. Denn damit werden schädliche Vorurteile am Leben erhalten. Tatsache ist: Das Geschlecht eines Kindes sagt nichts über dessen schulische Leistungsfähigkeit aus. Das hat eine im Magazin «Science» veröffentlichte Studie klar gezeigt. Demnach sind Mädchen in der Mathematik nur dann schwächer, wenn auch ihr Land bezüglich Gleichstellung im Hintertreffen ist. In Ländern hingegen, wo die Gleichstellung besser funktioniert, beherrscht Gretel das Einmaleins so gut wie Hänsel!

Selbstverständlich soll die Schule Chancengleichheit schaffen. Aber sie kann das nur, wenn Familien, Wirtschaft und Politik mitziehen. Gleichstellung kann nicht erst auf der Schulbank erlernt werden.

Chancengleichheit leben – das beginnt schon mit kleinen Ermunterungen im Kinderzimmer. Am wichtigsten aber sind die Vorbilder: dass neben den Vätern auch die Mütter zeigen, dass sie Leistungen erbringen wollen und erbringen können, und dass sie darauf stolz sind.

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir – umgekehrt gilt das auch: Nicht nur in der Schule, sondern auch im Leben lernen wir!

© 2008 «punkt.ch»

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